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Magritte, Rene Francois-Ghislain (1898-1967)1. BiografieRené
Fran¸ois
Ghislain Magritte wurde am 21. November 1898 als ältestes von 3 Kindern in
Hainaut im südlichen Belgien geboren.
1910 siedelte die Familie nach Châtalet über,
wo Magritte an einem Malkurs teilnahm. Zwei Jahre später beging die Mutter
mit einem Sturz in die Sambre Selbstmord.
Daraufhin zog der Vater mit den 3 Söhnen nach
Charleroi, einer Industriestadt, in der das Leben sehr hart war. Dort besuchte
René das Gymnasium. Zu dieser Zeit begeisterte er sich vor allem für
Fantômas-Filme und Bücher von Edgar Allan Poe.
Mit 25 Jahren schrieb er sich in der Académie des
Beaux-Arts in Brüssel ein.
Ab 1918 malte er erste Bilder in kubistischer und
futuristischer Manier und entwarf Plakate und Reklame.
1922 heiratete er seine Jugendfreundin Georgette Berger,
die auch sein Modell wurde.
Das Werk „Das Lied von der Liebe“ von
Giorgio de Chirico, den Magritte auch als Vorbild hatte, bedeutete für ihn
einen entscheidenden künstlerischen Wendepunkt. Gemeinsam mit Victor
Servranckx verfasste er das Manifest „Die reine Kunst. Verteidigung des
Ästhetischen“.
1926 hatte er eine intensive Arbeitsperiode, in der er
über 60 Bilder fertig stellt. Er selbst hielt „Der verlorene
Jockey“ für sein erstes gelungenes surrealistisches Werk. Zu dieser
Zeit machte Magritte Bekanntschaft mir Goemans, Nougé und
Souris.
1927 ließ sich das Ehepaar Magritte in Paris
nieder und René arbeitete verstärkt an Aktivitäten der
Surrealisten mit, wo er sich auch mit André Breton und Paul Eluard
anfreundete.
Ab 1928 nahm er an vielen Ausstellungen in Paris teil
und kehrte 1930 wieder nach Brüssel zurück.
1936 war René Magritte erstmals auf einer
internationalen Ausstellung in New York vertreten. Während seiner
künstlerischen Tätigkeit schrieb er nebenbei auch für
Zeitschriften und gab 1952 sogar seine eigene Zeitschrift „Carte postale
d’après nature“ heraus.
Magritte war mittlerweile ein international anerkannter
Künstler und vertreten auf den verschiedensten Ausstellungen überall
in der Welt teil. Dafür erhielt er 1956 den Guggenheim-Preis für
Belgien.
Am 15. August 1967 starb René Magritte in
Brüssel.
2. StilistischesRené Magrittes ist eine der herausragendsten
Persönlichkeiten der surrealistischen Malerei. Schon seine ersten Bilder
kamen dem Stil des Surrealismus, der während seiner gesamten Schaffenszeit
dominierte, sehr nahe. Er selbst bezeichnete den „Verlorenen Jockey“
von 1926 als sein erstes surrealistisches Werk.
Der Surrealismus ging direkt aus der dadaistischen
Bewegung hervor und die Künstler versuchten nicht länger die
äußere Wirklichkeit darzustellen, sondern thematisierten stattdessen
das Unbewusste, Triebhafte und Irrationale. Dementsprechend folgte das
surrealistische Kunstwerk der Logik des Traumes: Visionäres und
Rauschhaftes tritt ins Zentrum des Interesses.
Weiterhin unterscheidet man in der surrealistischen
Malerei zwei Tendenzen: Während Künstler wie Salvador Dalí und
René Magritte versuchten, realistisch dargestellte Objekte der
Erfahrungswelt aus ihrem Kontext herauszunehmen und in neue, irrationale
Sinnzusammenhänge einzubinden, entwickelten Joan Miró oder Hans Arp
eine zu abstrakt-organischen Formen tendierende Zeichenwelt.
Magritte arbeitete technisch exakt und schuf
hauptsächlich Bilder, die außergewöhnliche
Gegenüberstellungen alltäglicher Objekte zeigen oder bekannten
Gegenständen in einem ungewöhnlichen oder absonderlichen Zusammenhang
neue Bedeutung verleihen. Dieser Stil wird phantastischer Realismus genannt. Es
tauchen bei ihm Elemente auf, die einander scharf widersprechen und auf diese
Weise einen Schock auslösen, der den Geiste wachrüttelt und das Denken
in Bewegung setzt.
Neben phantastischen Elementen sind seine Werke auch
kindlich humorvoll, ironisieren bekannte Motive der Kunstgeschichte oder nehmen
Themen auf, die aus Träumen entlehnt sein könnten. Nach dem Beispiel
Fantômas, dessen Filme er in seiner Kindheit liebte, verleiht Magritte dem
Körper die Fähigkeit, ähnlich wie Fantômas, der seine
Identität immer wieder wechselt, seiner sozio-kulturellen Identität zu
entfliehen und auch Edgar Allan Poe verübte sichtbar Einfluss auf den
Maler.
Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges änderte Magritte
seine Malweise, wohl auch aus Angst vor Angriffen oder Razzien auf seine
„entartete“ Kunst. Er schuf Bilder im Stil von Renoir (1841-1919,
französischer Vertreter des Impressionismus), heitere und ironische Werke.
Es folgte eine Serie von rohen grobschlächtigen Bildern.
Doch war das keine Kunstform, für die Magritte sich
begeistern konnte und kam zurück zu seinem alten Stil, der durch
raffinierte Blautöne und eine bewegte, sinnlichere Maltechnik eine
Bereicherung gefunden hatte.
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